„SCHIRI – DER HAT SCHON GELB!“

Eine Hommage an Unparteiische nach dem Aufstieg des Teams Abel/Herpolsheimer in die 3. Liga. Als Spieler denkt man von Spiel zu Spiel. Also schaut man sich auch erst kurz vor dem nächsten Spiel an, wer als Schiedsrichter eingeteilt ist. So oder so ähnlich könnte es in vielen Hallen Bayerns passiert sein: Der Teamorganisator sagt: „Coach, Herpolsheimer/Abel sind eingeteilt“.

Der Coach nickt zufrieden. Ein Spieler sagt: „Ist das der Kleine mit der Brille?“. „Nein, du meinst ‘nen Anderen“. Aus der Ecke schimpft einer „Ne, oder?! Rot hat der mir gegeben! Völliger Blödsinn war das!“. Wenn man sich über Schiedsrichter unterhält, bekommt man bei zehn Sportlern zwölf verschiedene Antworten – Sympathie ist eben subjektiv. Und speziell im Handball gibt es viele 50:50 Entscheidungen, die nicht nur alle auf dem Feld, sondern natürlich jeder auf der Tribüne besser weiß. Als Schiedsrichter spielt man jeden Spieltag gegen viele „Gegner“: Zwei Mannschaften auf dem Feld, der dritte „Gegner“ ist das Publikum. Ein weiterer Akteur ist der Schiedsrichterbeobachter, der in höheren Ligen auf der Tribüne gastiert und die Unparteiischen auch noch bewertet. Allen Widrigkeiten zum Trotz stehen unsere Refs jedes Wochenende aufs Neue motiviert in der Halle. Auch sie wissen wem sie an diesem Wochenende wieder begegnen: Aussagen wie „Hoffentlich macht der Hirning heute keine Faxen.“ oder „Auf ‘ne Diskussion mit dem Scholten hab‘ ich heut‘ gar keine Lust.“ könnten so sicher auch schon auf der Hinfahrt zum Spiel zwischen den Schiedsrichtern gefallen sein.

Beim Bayernliga Schiedsrichtergespann Abel/Herpolsheimer gab es dieses Jahr wenig zu meckern. Mit ihrer nahbaren, freundlichen Art haben sie immer ein offenes Ohr für die Akteure des Spieltags, wissen sich aber in brenzlichen Situationen auch durchzusetzen. Das haben die Schiedsrichterbeobachter des BHV auch so gesehen und kamen über die Saison hinweg zum Fazit: Die beiden sind besser als alle anderen! Die lassen wir hoch in die 3. Liga!

Abel Herpolsheimer Schiedsrichter 3. Liga Handball

Christian Herpolsheimer und Peter Abel.

Wie läuft eigentlich so eine Schiedsrichtersaison?

Noch bevor der Ball in den Hallen fliegt, treffen sich Schiedsrichterkader zu einem Lehrgang. Hier wird sportlich trainiert, das Regelwerk und Regeländerungen geschult und gepaukt. Denn am Ende gibt es sowohl theoretische Prüfungen als auch sportliche Tests. Diese sind die Basis für eine Starttabelle. Und dann geht es, wie bei den Vereinen auch, von Spiel zu Spiel. Die Bewertungen der Schiedsrichterbeobachter, welche auf einem Punktesystem aufgebaut sind, bewirken dann Veränderungen der Tabelle. Hier fließen dann nicht nur regeltechnische Dinge (wie z.B. das Erkennen von technischen Fehlern) ein, sondern auch „weiche Faktoren“ wie die Spielleitung – Auch wieder subjektiv und sicherlich geprägt durch die Mannschaften und ihr Verhalten.

Doch all das haben sie überstanden. Mehr sogar. All das haben sie sehr gut gemacht. Christian Herpolsheimer und Peter Abel sind als Schiedsrichter des TV 1861 Erlangen-Bruck die ersten 3. Liga Schiedsrichter der Vereinsgeschichte. Wir sind froh, euch in unseren Reihen zu wissen. Wir sind stolz, dass ihr den Aufstieg geschafft habt. Wir sind beeindruckt, wie ihr mit all diesen Umständen souverän umgeht. Dagegen müssen wir ja „nur Handball spielen“.

Wir sagen viel Erfolg und Spaß bei eurem ersten Drittligajahr! VORAN!

Quelle: TV 18161 Erlangen-Bruck „Brooklyn United“