Kategorie: Handball Spielberichte Seite 1 von 8

Gelassenheit!

Bayernliga 3.0 – United mit allen Wassern gewaschen!

Im dritten Anlauf in Bayerns höchster Spielklasse konnte einen nichts mehr aus der Ruhe bringen. Über die Jahre hatte man quasi alles mitgemacht: Punkte bei Spitzenreitern geholt, Punkte bei Abstiegskandidaten gelassen, Punkte beim BHV gelassen…

In die neue Runde ging man also mit einer gesunden Portion Gelassenheit, jedoch mit neu aufgestellten Trainerteam Ljevar/Nixdorf auch mit einer guten Mischung aus Spaß und Akribie. Die Vorbereitung, geleitet von Athletikcoach Dirk „Diggi Diggster“ Weishäupl, gingen alle motiviert, manche im Rahmen ihrer persönlichen Zeiteinteilung, an. Man merkte, man geht den nächsten Schritt. In Vorbereitungsspielen gegen Rothenburg und Fürstenfeld wurden erste Leistungseinschätzungen der Mannschaft getroffen und man kam zum Ergebnis: Gar nicht so verkehrt die Jungs. Wichtiger jedoch: Die Gelassenheit stand nach wie vor an erster Stelle.

Pflichtaufgaben

Das Auftaktprogramm der Brucker war im Vergleich zu den Vorjahren vermeintlich human und man startete mit vier Siegen (Rothenburg, Anzing, Unterhaching und Ottobeuren) in die Saison. Allen war klar, dass man nach diesen vier Spielen noch nichts über den Fortlauf der Saison sagen kann, jedoch war das 8:0-Punktepolster ein Treiber für gute Laune und die „tiefenentspannte“ Brooklyn Manier. Erst Spiel 5, 6 und 7 schienen den Bayernligaerprobten Erlangern ein Gratmesser für die Spielzeit 17/18 darzustellen und man bereitete sich akribisch auf Friedberg, Waldbüttelbrunn und Günzburg vor. Spätestens nach 14:0 Punkten weckten die „61er“ in Erlangen durchaus Interesse für sich und Steffan Meyer meldete erste Ansprüche an der Torschützenkanone, Sebastian Duscher an dem Oliver-Roggisch-Defense-Award der Bayernliga an.

Zu viel Gelassenheit?

Die Stimmung wurde von Sieg zu Sieg natürlich nicht schlechter. Da jedoch bereits vor der Saison klar war, dass am Ende von Hin- und Rückrunde der Langzeitrivale Bayreuth noch zum Tanz bitten ließ, arbeitete man weiter, mit etwas mehr Gelassenheit aber nach wie vor dem Fokus auf dem Hinrundenfinale gegen Bayreuth. Da waren es ein Kampfspiel in Haunstetten, bei dem Brooklyn erstmals den Fluch brechen konnte und doppelt punktete. Und das bis zu diesem Zeitpunkt vermutlich schwersten Spiel (eventuell der gesamten Saison) in Lohr, wo man bereits erste Blessuren und Verletzungen kompensieren musste, sich über unglaublichen Willen aber am Ende doch mit zwei Punkten krönte. Gegen vermeintliche „Kellerkandidaten“ kam es dann schon mal vor, dass man das Abwehrspielen etwas zu sehr vernachlässigte. Jedoch hatte man Philipp Hirning in seinen Reihen, der im Stile von Dikembe Mutombo dem Gegner trotz Blessuren ein leises aber entschlossenes „No, No, No – Not today!“ mit auf den Weg gab.

So Stand man vor dem Hinrundenfinale gegen Haspo Bayreuth tatsächlich mit 24:0 Punkten da und das Ziel war klar: Die Hinrunde vergolden! Nach dem sich United erst mal in die Hose gemacht hatte und 0:5 ins Hintertreffen geriet, zeigten Bernds und Nobbis Lauser, was in Bruck mittlerweile Status Quo ist. Spielberichte erzählt man nicht doppelt, aber das war von der 10. bis zur 60. Minute eine Machtdemonstration an Bayreuth und die gesamte Liga.

Mit einer halben Krone wie ein König fühlen!

Da rieben sich die Erlanger Sportexperten und die gesamte bayerische Handballwelt schon verwundert die Augen. Die einst als „Gaudimannschaft“ verrufenen Brucker stehen verlustpunktfrei an der Spitze der Bayernliga. Zeit, um erstmal dem Ruf nach zu kommen: Urlaube buchen, die eine oder andere Trainingseinheit weniger machen und einen Gang zurückschalten. Bei Heimspielen bereitete diese Herangehensweise erstmal keine Probleme und Auswärts hatte man ja noch Philipp „Mutombo“ Hirning dabei, der am Ende immer noch etwas gegen Niederlagen hatte. Die drei Gradmesserspiele aus der Hinrunde brachten jedoch einen gehörigen Dämpfer. Darüber wurde bereits viel gesprochen und geschrieben – Fakt ist: man ging damit über weite Strecken richtig um und versuchte den Fokus wieder neu zu finden. Da glücklicherweise die Konkurrenten um Spitzenpositionen der Liga sukzessiv Punkte ließen, fielen die Fehler von Brooklyn, aber auch die Fokusfindung weniger ins Gewicht.

Zum Aufstieg, verdammt!

Dieser Satz, ob mit oder ohne Interpunktion, war das Motto der letzten 6 Partien der Bayernliga. Während man mehr oder weniger wieder in die Spur fand und alles selbst in der Hand hielt, verhalf man durch das Freispielen zweier Akteure nebenher auch noch der zweiten Brucker Mannschaft zum Aufstieg – Die eigene Saison lief ohnehin schon zu gut für United-Verhältnisse. Als dann nach der Schlusssirene in Rimpar die vier Mitgereisten Brooklyn- Edelfans bereits zu „NIE MEHR BAYERNLIGA“ anstimmten und die fünf weiteren Rimparer Fans in der Halle übertönten, versicherte man sich noch kurz digital über den Ausgang des Parallelspiels von Günzburg – Es war geschafft! Brooklyn ist vor einer atemberaubenden Kulisse in Rimpar Bayernligameister geworden! Das kalte Hopfengetränk, um stilgerecht für eine Kabinenputzrechnung zu sorgen, wurde ebenfalls von den Brooklyn Fangirls organisiert und man lag sich zufrieden und dann doch wieder mit Gelassenheit in den Armen.

Über den Rest der Saison muss man nicht viel sagen. Der Fokus lag schon vor den Spielen auf den Aktivitäten danach. Man war zwar nicht mehr der stärkste auf der Platte, dafür aber in anderen Disziplinen.

So bleibt nun nur noch ein Fazit offen: Wenn United will, dann kann United. Das wurde fulminant in der Hinrunde bewiesen. Jetzt heißt es, Blick nach vorne richten. Erst auf die kommende Bergkirchweih und dann auf die Vorbereitung für die 3. Liga 2018/2019.

Wenns läuft… dann läufts

Anders lässt sich das letzte Heimspiel der Saison 17/18 nicht beschreiben. Zu Beginn der ersten Halbzeit sah es leider nicht sehr gut aus, die Gegner aus Neunburg gingen nach 10 min bereits mit 1:5 in Führung. An diesem Punkt musste das Trainergespann Ottlo und Geck die Notbremse ziehen und nahmen die erste Auszeit. Klare Ansagen, was den Abwehrverbund anging und mehr Zug zum Tor waren die Forderung. Es half, ein Ruck ging durch die Mannschaft und in innerhalb von nur 3 Minuten wurde der Ausgleich erzielt. Ab da lief alles wie geplant. Die Abwehr stand und unsere Torfrau hielt die wenigen würfe die noch durch gingen. Gestärkt aus der Abwehr konterten und spielten wir so wie wir es gewohnt sind. Mit 15:6 ging es in die Halbzeit und auch die zweite Hälfte bot den Fans ein Feuerwerk!
Den Gegner blieben kaum Chancen zum Abschluss und auch 2 7Meter prallten an unserem Torhütergespann ab. Mit 25:10 holten wir den höchsten Sieg in dieser Saison und haben für das letzte Spiel am kommenden Samstag gegen Eltersdorf ordentlich Rückenwind.

Was dieses Spiel auch für die Fans so besonders machte….
Jede Feldspielerin Erzielte ihr wohlverdientes Tor. Das ist auch das was uns so stark zusammenhält jede einzelne kann Tore werfen und das haben wir gestern Eindrucksvoll gezeigt.

Ein großer Dank gilt hier auch unseren Fans die ordentlich Stimmung gemacht haben, ihr seid die besten!

Zu Beginn der ersten Halbzeit fanden sich auch unsere Herrenmannschaften ein die an diesem Wochenende den Aufstieg erreicht haben.
Alle 3 Mannschaften holten sich den Meistertitel und feierten dies lautstark in der Halle die Stimmung war überragend und auch hier nochmal ein herzliches Dankeschön und von unserer Seite GLÜCKWUNSCH an alle Mannschaften Brooklyn United ihr habt die Saison gerockt und viel Erfolg für die neue Saison💪🏽

Ruck Zuck Bruck

Die spinnen, die Brucker…

TV Erlangen-Bruck II – VERSUS – ESV Regensburg 27:21 (10:13)

(In Anlehnung an den Vorbericht der Gäste ist der Spielbericht im Tone eines Asterix-Comics gehalten)

Wir schreiben das Jahr MMXVIII. In Ganz Bavaria befinden sich die Besatzer auf dem Vormarsch und behaupten ihre Spitzenposition. In ganz Bavaria? Nein. Ein kleines oberpfälzisches Dorf mit dem Namen Ratisbon hört nicht auf dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Brucker Legionäre, welche sich in den Provinzen Bezirksliga West, Bezirksoberliga und Bayernliga festgesetzt haben und die Vormachtstellung an sich gerissen haben. In der ersten Zeitperiode der Kampfeshandlungen hatten die Horden in der Schlacht von Gergovia einen knappen Sieg erringen können. Die Zeiten des pax romana waren vorbei, denn si vis pacem para bellum*! Zur Zeit des XXIV im Martius im darauffolgenden Jahr kam es zur zweiten Schlacht zwischen den rebellierenden Aufrührern vom Lande und den sich ausbreitenden Bruckern in der Schlacht von Alesia. Das Schlachtfeld, umsäumt von zahlreichen Anhängern beider Fraktionen, war gefüllt mit Emotionen und höchster Konzentration. Beide Feldherren wussten, dass der Ausgang des Kampfes wohl eine Vorentscheidung im laufenden Krieg besiegeln würde, denn mit gleich vielen Siegen und Niederlagen gegen andere Stämme war man mit 31:7 gleichauf. Der Wichtigkeit des bevorstehenden Kampfes bewusst, einigten sich die Zenturionen der verschiedenen Legionen auf einen Austausch ihrer Soldaten und so wurden die Legionäre Hirningus und Duscherus von ihrer Kohorte abgezogen, um den Ausgang der Schlacht nach ihren Kräften zu beeinflussen.

Mit Fanfaren und Kriegsgeheul stürzten sich also die zwei konkurrierenden Mannschaften ins Kampfgetümmel und vernichteten den Boden unter ihren Füßen. Die Barbaren, randvoll mit Zaubertrank, erkämpften sich einen Vorsprung im Schlachtverlauf und stürmten auf die in Formation positionierte Legion zu. Die Truppenaufstellung der Hausherren trug zu Beginn wenig Früchte und man fand Anfangs in der Defensive kein Mittel gegen den Schlachtplan der Rebellen. Der Barbar Müllerix hatte wohl etwas zu viel vom Werk seines Druiden gekostet und ließ seinen Kräften freien Lauf. O fortunatos nimimum, sua si bona norint, agricolas!** Das Blatt schien sich lange Zeit nicht zu wenden und so überließ man den Kontrahenten zeitweilig das Feld, während sich Lupus Hagen in der letzten Verteidigungsreihe alle Mühe gab, um die Verluste auf Brucker Seite so gering wie möglich zu halten. Legionär Resimius (keine Namensanpassung notwendig) machte jedoch die Schlacht seines Lebens und wütete mit unfassbarer Effektivität in den Reihen der Barbaren, so dass der Funke Hoffnung weiterlebte. Pünktlich zu diesem Zeitpunkt traf die angesprochene Verstärkung aus der Hauptstadt ein und machte gleich einmal Bekanntschaft mit der rücksichtslosen Blutlust der Horde. Vor allem der erwähnte Müllerix lieferte sich rassige Einzelduelle mit den Brucker Legionären, wohl etwas frustriert durch seine Absonderung vom Kampfgeschehen. So eine Schlacht hatte man auf Erlanger Boden seit langem nicht mehr zu Gesicht bekommen und die Emotionen begannen beinahe überzukochen. Die zwei unparteiischen Diplomaten mussten zeitweilig alle Register ihrer Kunst ziehen, um die marodierenden Heere auf Abstand zu halten. Doch fordert jeder Krieg seine Opfer und so musste Pascal Willus nach einem Scharmützel mit einem Gegner das Schlachtfeld verlassen. Letztendlich schloss man bei knapper Überlegenheit der Krieger aus Ratisbon bei 10:13 einen kurzzeitigen Waffenstillstand um die Schlachtpläne auf beiden Seiten erneut zu überarbeiten.

Mit flammenden Kampfesreden wurden beide Heere auf den finalen Teil der Schlacht eingestimmt und stante pede*** warf man sich wieder ins Schlachtgetümmel. Und beim Mars legten die heimischen Soldaten einen Kampfeswillen an den Tag. Mit der bewährten Disziplin und Ordnung eines römischen Legionärs ordnete man sich mit der gefürchteten Schildkrötenformation in der Deckung ein und ließ die anstürmenden Kontrahenten an sich abprallen. Ein ständiges Hin und Her bot kaum Verschnaufpausen und trug nicht zur Abkühlung der Gemüter bei. Als die Schlacht begann sich ihrem Ende zu neigen, gewannen schließlich die Brucker Legionen die Oberhand über das Geschehen. Über eine gefestigte Defensive angeführt von Thorsten Neo Templa, welcher jeden Barbaren, der die Reihen durchbrach auf den Boden der Tatsachen zurückholte, ging man blitzschnell in den Gegenangriff über und überrumpelte die noch nicht sortierten Krieger der Gegner auf ihrem Rückzug. Ita deis placuit**** setzte sich die Einheit und Gruppenstärke der Legion durch und drängte ihre Kontrahenten weiterhin zurück. Ferner bewahrte der aus ferner Provinz eingeschiffte Thomas Coquus in jeder Situation die nötige Ruhe und den Überblick über den Schauplatz des Kampfes. Mit eiskalter Präzision agierte er sobald er das Wurfgeschoss in der Hand hielt und zeigte keinerlei Anzeichen von Konzentrationsverlust. Seinem Beispiel folgend schnürten seine Mitstreiter ihre caligae***** und vollführten in einem finalen Angriff den endgültigen Stoß in das Herz der sich auflösenden Barbarenverbände. Teutates hatte sich von ihnen abgewandt und man jagte die fliehenden Besiegten noch eine Weile vor sich her bevor man im Jubel versank und den historischen Sieg feierte, der in die Geschichtsbücher mit einem Ergebnis von 27:21 eingehen wird.

Veni Vidi Vici und Alea jacta est müssen wohl kaum übersetzt werden und sind doch so passend als Schlussworte für diesen Bericht über die Schlacht von Alesia, in dem sich die barbarischen Aufständischen den unaufhaltsamen Brucker Herren geschlagen geben mussten. Nun ist zwar die Schlacht gewonnen, aber nicht der Krieg. In den künftigen Gefechten muss sich die Truppe noch beweisen, um sich am Ende mit einer Standarte rühmen zu können.
Sic transit gloria mundi!******

Die Brucker Legionäre: Hagen, Neukirchen; Resimius (9), Hirning (5), Koch (3), Duscher (3), Knerr (3), Wolf (3), Mertes (1), Will, Frey, Ochs, Hecht, Graf.

* wer Frieden will, bereite den Krieg vor
** O die glücklichen Landleute, würden sie doch ihr Glück kennen!
*** wörtlich: mit stehendem Fuße = sofort
**** wie es den Göttern gefiel
***** Halbstiefel der römischen Legionäre
****** So vergeht der Ruhm der Welt!

Brooklyn United gewinnt „nutzlosen“ Punkt beim Unentschieden!

TV 1861 Erlangen-Bruck : TSV Haunstetten 28:28 (16:19)

Die Geschichte ist schnell erzählt. In der Endphase der Bayernligasaison 2017/18 verpassen es die Brucker haarscharf einen Big Pont zu landen und vor den Osterferien den Druck auf ein Minimum einzudämmen. In einer spannenden und hart umkämpften Partie folgte man dem Beispiel einer Figur aus dem Batman-Universum: Harvey Dent alias „Two-Face“. Man zeigte in den jeweiligen Halbzeiten zwei gänzlich unterschiedliche Gesichter und muss sich am Ende mit einem Punkt zufrieden geben, welcher im weiteren Saisonverlauf kaum bedeutsam ist.

Nach der emotionalen Schlacht der zweiten Mannschaft im Spiel vor Anpfiff wollte man die aufgeheizte Stimmung und den fanatischen Kampfgeist unbedingt mit in die eigene Partie nehmen. Doch kaum ein Funke dessen war auf die Brucker Akteure aus der ersten Mannschaft übergesprungen. Der Abwehrverbund arbeitete lethargisch und ließ Torhüter Goebel oftmals auf verlorenem Posten zwischen den Pfosten (was für ein Reim…). Das Trainergespann Ljevar/Nixdorf hatte in der Trainingswoche seine Schützlinge gut auf die spielstarken Gäste aus dem Augsburger Raum eingestellt. Man war eigentlich gut vorbereitet auf einen individuellen und kämpferisch aufgestellten Kontrahenten und hatte einige Mittel einstudiert, um diesen im Zaum zu halten. Doch zeigt sich ein gewisser Unterschied zwischen Trainingssimulation und echtem Spielgeschehen, wenn es darauf ankommt. Die Brucker Abwehr wurde viel durcheinander gebracht und fand nur schwer Zugriff auf den Haunstettener Rückraum. Nach verhaltenem Abtasten ohne viel Körperkontakt, dafür mit umso mehr Toren auf beiden Seiten, lief man ab der 9. Minute einem Rückstand hinterher. Der Angriff hingegen, das Prunkstück der Brucker, funktionierte weitgehend. Duscher und Hirning, noch ausgelaugt vom vorherigen Spiel, kratzten alle Muskeln in ihrem Körper, die noch funktionierten, zusammen und setzten starke Akzente. Meyer machte das, was er für gewöhnlich tut; nämlich Tore. Schlagwürfe fanden ihr Weg ins gegnerische Tor und sechs Strafwürfe ebenfalls. Aber es kostet deutlich mehr Kraft die ganze Zeit bergauf zu laufen und man konnte den Rückstand bis zum Pausenstand von 16:19 nicht egalisieren.

Doch die Seite hat ja bekanntlich zwei Medaillen (Zitat: Lothar Matthäus). Wie ausgewechselt kam man aus der Kabine und entließ seinen angestauten Frust auf dem Spielfeld. Miranda-Jahn im Tor machte eines seiner besten Spiele im Kasten und hielt spektakulär. Leider landeten viele Abpraller nur selten in den eigenen Reihen und so konnte man die gewonnene Energie nicht direkt nutzen. Die lauten Zuschauer, noch übriggeblieben vom Spiel der Zweiten, animierten ihre Mitsitzer und pushten die Brucker nach vorne. Man kämpfte sich mit Zähnen und Klauen zurück ins Spiel, da man die Partie jetzt auf keinen Fall verloren geben wollte. Es dauerte allerdings noch bis zur 40. Minute bis per Strafwurf der Ausgleich markiert werden konnte. Nach einem fünf-minütigen Torvakuum brachte Mücke unter frenetischem Jubel Bruck erstmals seit der Anfangsphase wieder in Front. Direkt wurde auf Gästeseite mit einer Auszeit agiert, um den Aufwärtstrend der Heimtruppe zu unterbrechen. Jedoch konnte Mücke noch direkt zwei Treffer draufsetzen und so konnte Bruck die Spur halten. Der fast nur noch vor sich hin vegetierende Duscher brachte sein Team fünf Minuten vor Schluss sogar auf einen Abstand von drei Toren in Führung . Mit Ruhe und der nötigen Gelassenheit hätte das Spiel dann in trockenen Tüchern sein sollen, doch genau dies ließ man vermissen. Man handelte sich zwei Zeitstrafen ein und ließ sich zu überhasteten Würfen im Angriff hinreißen. So konnte Haunstetten durch einen Doppelschlag von Smotzek wenige Sekunden vor Schluss ausgleichen. Den Hausherren blieb nur noch ein Notwurf vom Anwurfkreis. 28:28 Ende im Gelände!

Man musste nicht lange nach Fehlern suchen und beinahe jeder Akteur musste sich an die eigenen Nase fassen. Aber man fungiert als Team und macht keinen einzelnen für den Punktverlust am Ende verantwortlich. Letztendlich verpasste man es sich für die starke zweite Halbzeit und die starke Vorstellung von Miranda-Jahn zu belohnen. So muss man weiterhin zwei Siege aus den verbleibenden Spielen sichern, um aus eigener Kraft die Meisterschaft klar zu machen. Die Leistungssteigerung lässt hoffen und man geht mit einem guten Gefühl in die Osterpause. Man wusste, dass es ein schweres Spiel werden würde, denn die Gäste sind keineswegs eine Karnevalstruppe und mit dem vierten Platz ebenfalls oben in der Tabelle angesiedelt.

Also dann: Frohe Ostern!

Für Bruck aktiv: Goebel, Miranda-Jahn; Meyer (9/6), Mücke (5), Duscher (4), Wolf (3), Scholten (2), Mangen (2), Hirning (1), Mignon (1), Kohler (1), Eichhorn, Ochs, Völcker.

Comeback der Spitzenmeisterreiter

„Brooklyn Oldboys“ werden vor den Bayern Meister

Der Sport erzählt viele Geschichten von unglaublichen Aufstiegen und Erfolgen, doch die nun folgende Erzählung würde auch die Herzen von eiskalten Investmentbankern erwärmen. Die „Brooklyn Oldboys“ sind in der Erlanger Handballszene kein unbeschriebenes Blatt. Sie machten vor zwei Jahren auf sich aufmerksam, als sie von der Bezirksliga in die Landesliga durchmarschierten. Doch ein Oldboy aus Brooklyn meidet das Rampenlicht und zieht sich im Angesicht des größten Erfolgs lieber zurück, wie ein scheuer Hirsch mit einem imposanten 16 Ender Schutz sucht in einem dichten Waldstück, um aufdringlichen Beobachtern aus dem Weg zu gehen. Doch nun hat sich das majestätische Geschöpf aus dem Erlanger Süden entschieden eine Duftmarke zu setzen und nach einjährigem Traben durch den Bezirk wieder anzugreifen. Das ist erfolgreich gelungen. Man ist am vergangenen Wochenende noch vor dem FC Bayern München Meister geworden und das trotz mehr grauer Haare als vor zwei Jahren und gewisser Probleme in den Muskel-, Knochen- und Knorpelstrukturen. In den folgenden Abschnitten werden nun die wichtigsten Schritte und Akteure zu dieser legendären Bezirksligameisterschaft skizziert und Sie, liebe Leserinnen und Leser, werden auf eine Reise mitgenommen in die letzten Wochen und Monate der „Brooklyn Oldboys“, Ihrer Lieblingshandballmannschaft, wenn Ihnen Granufink und Seniman näher sind als Hashtags und hippe Sneakers. Achtung!!! Dieser Saisonbericht hat Überlänge, holen Sie sich lieber noch schnell ein Snickers nachdem sie die Örtlichkeiten ihres Vertrauens besucht hatten.

Die Oldboys from Brooklyn sind souverän in die Saison 17/18 gestartet, getragen von herausragenden Leistungen, die durch bereits bekannte Rückraumspieler vorgeführt wurden. Der emotionale Leader der Mannschaft Sveni „Esse“ Eskolator, der Mann mit der linken Fackel und der finnischen Seele, zeigte auch in dieser Saison wieder von Anfang an, dass er ein gewichtiges Wort bei der diesjährigen Torjägerkanone mitsprechen wird. Sein kongenialer Partner Reini “Schinken“ Reinschi, der gerne auch mal ein bisschen kuschelt und für Harmonie in der Kabine sorgt, unterstützte ihn dabei tatkräftig mit seiner Übersicht und zeigte immer wieder seine eigenen Fähigkeiten im erfolgreichen Torabschluss. Unterstützt wurden die alten Recken durch den Neuzugang aus dem fernen Oberfranken, der im Erlanger Nachtleben in einzelnen Institutionen durchaus einen Namen hat. Domi „1-2-3 Bumm“ Hechtovic hat sich nahtlos in das Rückraumspiel der Brooklyn Oldboys eingegliedert und seine Stärken, Tornetze zu zerschießen und Abwehrreihen zu überspringen, gewinnbringend während der Saison eingebracht.

Doch jede Spitzenmannschaft hat nicht nur drei glorreiche Rückraumakteure. Die Brucker Spitzenmeisterreiter haben noch mindestens ein weiteres halbes Dutzend, die gegnerische Abwehrreihen in der noch laufenden Saison durcheinander gewirbelt haben, wie zum Beispiel Ralf „Zauberhand“ Mückic, dem spontan Spielzüge während des Spiels einfallen und der keinen Risikowurf scheut, um Gegner und Mitspieler regelmäßig zu überraschen. Andy „Wunderhaken“ Ottlo muss ich Ihnen, lieber Leserinnen und Leser, nicht weiter beschreiben. Der Mann hat einen Hüftschwung, dass Michael Jackson im Grab noch seinen Hut zieht. Der flexibel einsetzbare Schullinho „Mad“ Max versucht es hin und wieder auch mit einem Haken, aber er ist so ein „crazy“ Boy, dass er es inzwischen auch mit Drehungen durch die Abwehrreihen probiert. Unser aller Lieblings DJ, Frank „The Tank“ Fränkster, erheitert die Mannschaft nicht nur mit seinem Gemüt und seiner Musikauswahl, sondern zeigt auch, dass er immer noch eine ordentliche „Wumme“ im Arm hat und hin und wieder sogar sehr dynamisch sein Nachtlager verlassen kann. Einen ordentlichen Wurf und eine unglaubliche Sprungkraft hat eines unserer „Greenhorns“, „Wirf – Freddy – Wirf“ aka „Ich-hieß-früher-mal-Philipp“. Der Coach würde ihn gerne auf dem Spielfeld fernsteuern, die Redaktion des Brucker Tageblatts ist sich aber nicht sicher, ob solche Drohnen schon zugelassen sind. Professor Schmautzi hat in der laufenden Saison auch ein paar Mal herumgedoktert und immer wieder gezeigt, dass er sämtliche Dynamik, die sein Körper erstaunlicherweise zeigen kann, in ein Handballspiel einbringt.

Im Rückraum, wie auch auf den Außen trickst unser „Manni“ Peters und kann mit seinen technischen Fähigkeiten auch mit nur einem Knie es immer noch mit jeder Abwehr aufnehmen. Doch die Brucker Oldboys haben nicht nur einen Peters, sie haben „Maxi“ Peters. Ein kleiner aber feiner Wirbelwind, der nicht nur flotte Beinchen hat, sondern auch ein feines Händchen sein Eigen nennen kann. Auf den Außen wirbelt sonst auch, der altbekannte Zivi „Hugenottenwind“ Dubois, der pfeilschnell und treffsicher jede gegnerische Mannschaft in Angst und Schrecken versetzt. Viele weitere Spieler wie Louis“Gazelle“ Pelle Junior, der auch im fußballerischen Bereich seine Akzente im Training setzen konnte, oder auch Nick „Ich-steck-ihn-an-den-Kreis“, Andre aus dem hohen Norden, Hendrik „Henne“, Dicky „Dickschass“, Ems „Ich-steh-da-bumm“ und die siamesischen Zwillinge Don Julio und Steffen di Stefano veredeln den ausgewogenen Kader der Brooklyn Oldboys. Der ganze Kader ist sogar der Redaktion dieser Zeitschrift nicht bekannt, aber Thorsten „Soll-ich-den-Pulli-ausziehen?“ aka „Ich-lass-die-Cap-auf-der-Bank-mal-an“ Stieglerson, sollte auch unserem nicht so belesenen Publikum bekannt sein. Er überrascht immer wieder mit speziellen Würfen und glänzt, wie die gesamte Mannschaft, mit effektivem Laufeinsatz.

Insbesondere am Kreis haben die Brooklyn Oldboys alte Haudegen in ihren Reihen, wie Tom „Rotkopfindianer“ Kerschten, die ihre eleganten und schlanken Beine schwungvoll im Infight der gegnerischen Abwehr einsetzen. Jede Abwehr braucht einen festen Stand, wir haben ein ukrainisches Urgestein. Dimi „The Wall“ lässt einen mit seinen Leistungen in dieser Saison von grünen Wiesen und majestätischen Landschaften jenseits der Wolga träumen und wenn man die Augen schließt kann man sogar ein kleines bisschen Wodka riechen. Von der nächsten Saison und dem einen goldenen Siebenmeter träumt unser Pelle Senior aka „Duschen-kann-ich auch ohne Kniescheibe“, der aktuell eine schwere Skiverletzung auskuriert und ständig Post aus Kitzbühel bekommt, weil sie ihren Lieblingsstammgast vermissen.

Die Saison war lang und hart, so verwundert es nicht, dass die Mannschaft auch mehrere Torhüter gebraucht hat, von Dieter „Papabär“ Geckes, über die Speiche aus Sachsen und Konstantin „Ich-mach-mal-Urlaub“ bis hin zu Tobse „The Machine“. Alle Wächter vernagelten auf ihre Art und Weise das eiserne Gestänge und ließen die gegnerischen Angriffsversuche mühelos an sich abprallen.

Die Brooklyn Oldboys haben natürlich nicht irgendeinen Trainer, die alten Knaben haben einen Trainer mit so viel SWAG, dass sogar in Entenhausen bei Dagobert Duck der Geldbunker klingelt, vor lauter Begeisterung über seine Kabinenansprachen. Seine Plädoyers an die Mannschaft sind so überzeugend, dass einige schon während der wöchentliche Reden von Mr. Eldridge für „Nicht schuldig!“ gestimmt hatten. Im entscheidenden Spiel gegen den Hersbrucker HC am vergangenen Sonntag baute er seine Motivationsrede um die folgenden sieben Wörter auf:

Motivation
Ehrlichkeit
Infight
Schnelligkeit
Team
Ehrgeiz
Rock ´n Roll

Sieben Wörter die unsere Mannschaften und die geleistete Saison nicht besser beschreiben könnten. Die Mannschaft ist allen Fans und Unterstützern dankbar und hofft, dass die restlichen Mannschaften aus Bruck auch ihre sportlichen Ziele erreichen werden. In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion des Brucker Tagblatts noch eine gesegnete Resthandballsaison und freut sich Sie am kommenden Freitag zur Primetime in der KHHHHHHHHHHHHHH begrüßen zu dürfen, um gegen die Reservemannschaft der Reservemannschaft des Handballbundesligisten aus Erlangen die Saison gemütlich auslaufen zu lassen. Denn alle Spitzensportler wissen ein Auslaufen ist essenziell und das F in Bruck steht für Fortsetzung folgt.

Brooklyn United kämpft sich zurück zu alter Form

TSV Ismaning : TV 1861 Erlangen-Bruck 26:36 (15:18)

Brooklyn United kämpft sich zurück zu alter Form und besiegt am Ende deutlich den TSV Ismaning

Nachdem das Auftreten der Brucker in den letzten Wochen nicht ganz den ersten Tabellenplatz rechtfertigte und man sich im vergangenen Heimspiel gegen den VFL Günzburg deutlich unter Wert verkaufte, bestand Gesprächsbedarf in der Mannschaft. Man wollte die nötige Ernsthaftigkeit und fehlende Einstellung, welche irgendwo in der Rückrunde verloren gegangen war, finden und zu alter Stärke zurückkehren. Mit der Blamage gegen Günzburg ging ein längst überfälliger Ruck durch die Mannschaft und man war sich einig die Konzentration in Training und Spiel wieder auf ein Maximum hochschrauben zu wollen. Mit einem Gastspiel bei der roten Laterne Ismaning bot sich eine passende Gelegenheit um sich den Frust von der Seele zu ballern.

Mit dem in die Mannschaft zurückgekehrten Duscher und Völcker im Innenblock stellte man eine hochgewachsene und aggressive Abwehr, um von Anfang an über die Defensive heraus ins schnelle Umschaltspiel zu gelangen. Man wollte den Gegner vor eine konditionelle Aufgabe stellen und kontinuierlich aufs Tempo drücken, um erfolgreich zu sein. Allerdings schaffte es der Rückraumhüne Teschner ein ums andere Mal die Brucker Abwehr zu überwinden und so blieb das Spiel vorerst ausgeglichen. Auf Brucker Seite zog im Angriff wie gewohnt Meyer die Fäden sorgte für einige sehenswerte Treffer. Man schaffte es immer wieder die heimische Abwehr in Bewegung zu bringen und Lücken zu reißen. In einem stetigen Hin und Her konnte sich keine der zwei Mannschaften ernsthaft absetzen, da den Gästen offensiv das letzte Quäntchen Konsequenz fehlte. Schuld daran war in keinem Fall das Schiedsrichterduo ohne Y-Chromosom, was wie gewohnt einen ordentlichen Job machte und das Spiel stets im Griff hatte. Man erlaubte sich einfach zu viele Fehler und Unkonzentriertheiten und machte das Spiel unnötig spannend. Dies änderte sich schlagartig mit der taktischen Einwechslung von Philipp Hirning, welcher über längere Zeit an einer Knieverletzung laboriert hatte und nicht eingesetzt werden konnte. Als wäre er nie weg gewesen zauberte er in alter Manier mal wieder einen Augenschmaus für die Zuschauer auf die Platte und agierte mit extremer Wendigkeit und Treffsicherheit. Die Ismaninger hatten dem nichts entgegenzusetzen und standen wie auf verlorenem Posten dem flinken Mittelmann gegenüber. Dadurch konnte sich Brooklyn United erstmals auf 10:15 absetzen und die Oberhand gewinnen. Dieser Vorsprung schmolz eine Sekunde vor der Halbzeit schließlich auf drei Tore zusammen, als der angesprochene Teschner einen sehenswerten Notwurf von der Mittellinie markierte und damit den Halbzeitstand von 15:18 festlegte.

In der zweiten Hälfte der Partie agierten die Brucker nun mit der nötigen Schnelligkeit und konnten noch eine Schippe drauflegen. Die konditionell etwas angeschlagenen Ismaninger konnten das Tempo nicht über die volle Spielzeit halten, da sie ihre Startformation von Zeit zu Zeit schonen mussten. Auf Gästeseite konnte man wechseln ohne einen Abfall im Leistungsniveau zu verzeichnen und so wurde der Vorsprung wieder etwas deutlicher. Meyer am Ende mit zehn Toren mal wieder Toptorschütze des Spiels übernahm mehrfach die Verantwortung und setzte auch seine Mitspieler gut in Szene. Vor allem Mücke profitierte von seinen Anspielen und überwand Gästekeeper Zimmermann einige Male aus luftiger Höhe. Mit der Umstellung auf eine offensivere Abwehrformation brachte man den Ismaninger Angriff des Öfteren in Verlegenheit und raubte ihnen ihre Anspielstationen. Mehrere Pässe konnten abgefangen und direkt in Gegenstoßtore umgemünzt werden. Damit brach man den letzten Willen der verbissen kämpfenden Heimmannschaft und lief ihnen am Ende wortwörtlich davon. Scholten markierte mit einem seiner sehenswerten Leger wenige Sekunden vor Spielende einen Vorsprung von zehn Toren und somit den Endstand 26:36.

Bruck ist wieder da! Sehr befreit durch den Sieg und die zurückgewonnene Stärke trat man euphorisch die Heimreise an und muss sich jetzt auf die letzten fünf Spiele konzentrieren. Mit der nötigen Ruhe und Überlegtheit will man am Samstag, den 24.03., gegen den TSV Hornerstetten das Tor zur Meisterschaft weit aufstoßen und sich für den bisherigen Aufwand belohnen. Spielbeginn ist wie gewohnt um 20:00 in der altehrwürdigen Karl-Heinz-Hiersemann-Halle. Davor kommt es zum großen Duell in der Bezirksoberliga zwischen den Alt-Rookies aus der zweiten Mannschaft und dem ESV Regensburg. Bei diesem Duell Erster gegen Zweiter wird wohl die Vorentscheidung über die Meisterschaft fallen und es ist ein spannendes Spitzenspiel zu erwarten. Gratulation geht raus an die Oldies vom TV Erlangen-Bruck III, die ihrerseits den Meistertitel am Wochenende schon sichern konnten. Jetzt gilt es auch in den beiden anderen Ligen nachzuziehen. Bruck ist auf dem Vormarsch!

Für Bruck aktiv: Goebel, Miranda-Jahn; Meyer (10/5), Hirning (7), Mücke (6), Duscher (5), Mangen (3), Scholten (2), Wolf (2), Kohler (1), Völcker, Mignon, Eichhorn.

In eigener Sache:

„Wiedermal Zeit für einen Bericht, denn es werden nur welche geschrieben, wenn Bruck gewinnt. Nein, nicht wirklich. Aber der Ghostwriter der Presseabteilung war beruflich sehr eingespannt in den letzten Wochen und fand schlicht keine Zeit. Wenn ein Spielbericht aus den Partien gegen Günzburg oder Waldbüttelbrunn gewünscht ist, wenden sie sich bitte persönlich an uns und wir werden Ihnen einen Bericht zukommen lassen. Wir danken für ihr Verständnis!“

Derbytime!

Mit 32:4 Punkten stehen die Damen des TS Herzogenaurach || auf Platz 1 der BOL Ostbayern. Dennoch ist sie gewiss keine Übermannschaft und wir haben oft in der Vergangenheit bewiesen, dass wir gerade gegen vermeintlich stärkere Mannschaften noch eins drauf legen können. Es gilt morgen den gleichen Kampfgeist wie vergangenes Wochenende in das Spiel zu bringen und gemeinsam dem Gegner die Stirn zu bieten. Das Hinspiel hat bereits gezeigt, dass es durchaus möglich ist nach 7:0 Toren den direkten Ausgleich zu erzielen. Soweit wollen wir es morgen aber garnicht erst kommen lassen!!! Die Abwehrleistung in den vergangenen Spielen war hervorragend und hat gerade die Spitzen Mannschaften der Liga zu Fehlwürfen und Technischen Fehlern gezwungen. Genau das ist es worauf wir morgen aufbauen werden. Aus einer aggressiven und stabilen Abwehr heraus unser Angriffsspiel umzusetzen. Besonders darauf lag der Fokus der Vergangenen Trainingswochen. Wir müssen gewonnenes Selbstvertrauen umsetzen und uns dann mit Toren belohnen. Wenn uns das morgen gelingt werden die Damen des TS einige Schwierigkeiten haben und das Spiel wird sicher wieder Spannend bis zur letzten Minute.

Doch bei all den guten Vorsetzen brauchen wir auch hier eure Unterstützung und hoffen, dass morgen Zahlreiche Fans den Gegnerischen Fans den Schneit abkaufen. So wie wir es auf dem Feld versuchen werden!!!!

Ruck Zuck Bruck

United ist zurück auf dem harten Boden der Tatsachen!

14 Spieltage lang konnte man machen was man wollte. Man dominierte die Liga nach Belieben. Egal wie gefürchtet der Gegner in der Vergangenheit war. Hakte es mal in der Defensive, so warf man einfach ein paar schnelle Tore mehr. Lief vorne nichts zusammen, langte man in der Abwehr eben etwas mehr hin. Die Stimmung bei Spielen, im Training und drumherum war prächtig. Die Liga erklärte Brooklyn bereits im Dezember zum nicht aufzuhaltenden Aufsteiger und spätestens nachdem man mit Bayreuth die letzte Mannschaft der Hinrunde sieglos nach Hause schickte, wurde es auch den Spielern bewusst. Der Weg wird in Liga 3 führen.

Das große Umdenken

Man möchte meinen, ein bevorstehender Aufstieg beflügelt einen Spieler. Eine komplette Runde ohne Verlustpunkt abschließen zu können, ist doch etwas einzigartiges. Mit den ersten Gesprächen über die Saison 2018/2019 wandelte sich jedoch die sonst so starkmachende Unbekümmertheit eher in Überheblichkeit – zumindest in der Art und Weise, wie man in den letzten Wochen trainiert und gearbeitet hat. Mit den Gedanken bereits in der dritten Liga trainiert es sich zwar leicht und mit viel Spaß, jedoch bleibt Konzentration, Einsatzbereitschaft und Wille eher in der Kabine oder bei anderen Aktivitäten. Dass dieses Umdenken in Einstellung und Arbeitsweise vielleicht normal ist und sich bei fast jeder ungeschlagenen Mannschaft breit macht, ist zwar eine Begründung, jedoch keine Entschuldigung für das Auftreten, dass United seit 3 spielen an den Tag legt. Es auf die fehlenden Akteure Duscher, Hirning und Ochs zu schieben ist auch einfach, nur darf einen Spitzenreiter in Bayerns höchster Spielklasse das nicht derartig aus der Balance bringen.

Und nun?

Nach Friedberg suchte man noch Ausreden und andere Gründe, um den Einbruch in Halbzeit zwei zu erklären. Waldbüttelbrunn, in vielen Augen eine der stärksten Mannschaften der Liga, gab man sich nach langem Kampf geschlagen und erkannte die Niederlage an. Nach Günzburg jedoch muss die Mannschaft langsam anfangen die Fehler bei sich selbst zu suchen. Die Einstellung und Herangehensweise an eine Trainingswoche muss selbstkritisch reflektiert und geändert werden. Die Bayernliga ist am Ende doch kein Selbstläufer. Und auch eine talentierte, zum aufsteigen verdammte Mannschaft muss hart arbeiten und fokussiert sein, um Spiele für sich zu entscheiden.

Das Spiel

Brooklyn United gegen den VfL Günzburg ist schnell erzählt. Eine starke Mannschaft aus Schwaben bringt sich nach den ersten Minuten 5 Tore in Front und United verfällt immer wieder in alte Gewohnheiten zurück. Überhastete Abschlüsse, technische Fehler, inkonsequente Abwehrarbeit und immer mehr mangelndes Selbstvertrauen nehmen von Minute zu Minute zu. Die Gäste ihrerseits hatten einen hervorragenden Tag und spielten effektiven Handball. So erhöhte Günzburg sukzessiv seinen Vorsprung, bis zur Halbzeit sogar auf 8 Tore.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich dann ähnlich. Brooklyn bevorzugte die Gliedmaßen des Gästekeepers, anstatt die Maschen des Tores. Defensiv erarbeite man sich über offensivere Varianten zwar immer wieder ein kleines Aufkeimen von Hoffnung, jedoch machte man sich diese innerhalb von Sekunden im Angriff wieder zunichte und kassierte sogar einfache Gegenstoßtore.

So bleibt dem United Tross am Ende nichts anderes übrig, als den Sieg von Günzburg wohl oder übel neidlos anzuerkennen. Und es bleibt zu hoffen, dass nun das dritte verkorkste Spiel endlich der zum nachdenken anregende Dämpfer ist, den man im Umfeld immer vorschiebt, wenn es mal nicht läuft. Fakt ist, in Ismaning muss nicht nur ein Sieg her, sondern auch die Einstellung bis zu und an diesem Tag geändert werden.

Für United spielten:
Tor: Miranda-Jahn, Goebel;
Feld: Eichhorn, Mücke, Völcker, Meyer, Mignon, Wolf, Kohler, Mangen, Krämer, Scholten.

Brooklyn United weint jetzt

TV 1861 Erlangen-Bruck : TSV Friedberg 28:28 (14:12)

Brooklyn United verliert nach einer intensiven Partie den ersten Punkt der Saison und weint jetzt!

Direkt nach dem Spiel wurde eine Krisensitzung anberaumt, der Vorstand sägt bereits am Trainerstuhl und die Zuschauer randalierten förmlich in der Halle. Spaß beiseite…nicht wirklich, aber einiger Unmut hatte sich durchaus bei Trainern, Fans und vor allem Spielern breitgemacht, als am Ende „nur“ ein unentschieden auf der Anzeigetafel zu lesen war. Man hatte erneut einen eigentlich schon geschlagenen Gegner mit offenen Armen dazu eingeladen sich noch einmal zurück ins Spielgeschehen zu kämpfen und wurde vollkommen zurecht mit einem Punktverlust abgestraft. Bis auf die sich über den gewonnen Punkt frenetisch feiernden Friedberger herrschte eine Stimmung wie nach einem Spiel, mit dem man gerade den Abstieg besiegelt hatte. Mag es an der unkonzentrierten Leistung im letzten Viertel des Spiels gelegen haben oder an der Tatsache, dass man sich so an das Siegen gewöhnt hatte, man weiß es nicht. Denn letztendlich ist gar nichts passiert. Man steht weiterhin ganz oben an der Spitze der Bayernliga mit ordentlich Luft nach unten auf eine ständig wechselnde Verfolgergruppe. Durch das Remis auf Platz zwei geschossen ist momentan genau der TSV Friedberg direkter Verfolger der Brucker, da sich der VFL Günzburg keineswegs in Topform bei den Rimparer Jungwölfen am Sonntag präsentierte und mit 25:22 verlor. Beide haben nun 11 Punkte Abstand auf den Erlanger Spitzenreiter und werden sich mit der Gruppe bestehend aus Waldbüttelbrunn, Haunstetten und Bayreuth um Platz zwei prügeln für den Fall, dass Erlangen-Bruck zurückzieht. Das war das aktuelle Sportstudio mit dem Telegramm über den 18. Spieltag, doch nun gebe ich ab zum Spielverlauf:

Beide Mannschaften personell etwas eingedämmt bereiteten sich auf ein packendes Duell vor, in dem die körperlich unterlegenen Hausherren durch viel Bewegung und Tempo den etwas furchteinflößenden Friedberger Abwehrriegel zu knacken versuchten. Dies klappte von Beginn an gut, doch eine unerklärliche Nervosität hing wie ein Nebel anfangs über dem Hallenboden. Dies führte dazu, dass nach zwei Minuten bereits fünf Angriffe gespielt worden waren und man sich erst einmal wieder beruhigen musste. Die zwei Herren in blau machten von Anfang an ihre Linie klar und sorgten im gesamten Spielverlauf für viel Freiraum auf der Platte. Kurzzeitig konnte man sich auf 5:3 absetzen, worauf die Gäste direkt antworteten und ihrerseits in Führung gehen konnten ehe Eichhorn wieder die Brucker in Front bringen konnte. Es war eine emotional anstrengende und körperlich sehr betonte Anfangsphase, welche die zahlreich erschienen Fans bestaunen durften und dies änderte sich auch in den folgenden Minuten kaum. Keeper Goebel, an diesem Tag gut aufgelegt, überzeugte mit einigen Paraden und messerscharf gespielten Gegenstoßpässen nach vorne. In der Offensive überzeugte bei dieser Partie durchgehend der angeschlagene Kohler, der mit Präzision und Schnelligkeit quasi überall gleichzeitig die gegnerische Abwehr in Verlegenheit und ein ums andere Mal den massigen Innenblock in Bewegung brachte. Die zwischen den Abwehrhünen förmlich eingepferchten Brucker Kreisläufer mussten sich hier ganz schön anstrengen, um ein bisschen Luft zum Atmen zu bekommen. Da die Schiedsrichter ihrer Linie treu blieben gestaltete sich die Formierung der Abwehr auf der Heimseite jedoch etwas schwierig. Bereits nach 22 Minuten waren Duscher und Völcker doppelt mit Zeitstrafen vorbelastet und mussten den Rest der Partie nun vorsichtiger angehen. Kurz vor der Halbzeit scheiterte der nach Intimität mit einem Pferd angeschlagene Meyer zweimal per Strafwurf am Gästekeeper, worauf der angesprochene Kohler an der Reihe war und sich im restlichen Spielverlauf auch hier keine Blöße gab. Mit zwei Toren Vorsprung (14:12) war man bereit den ersten Spielabschnitt zu beenden. Doch hatten der Friedberger Spielmacher Schnitzlein und der Brucker Kreisläufer Duscher noch das Bedürfnis nach einer Diskussion, welche bei den Referees nicht sonderlich Anklang fand und somit durften sich beide Gesprächspartner nicht mit ihren Kameraden in die Kabine begeben, sondern auf die Tribüne.

Ob dies die Brucker als Ansporn sahen oder auf dem Weg aus der Kabine ein paar Energieriegel gefunden hatten ist nicht geklärt, aber Fakt ist, dass man sich bis zur 40. Minute auf ganze sieben Tore absetzen konnte. Eine Umstellung der Abwehr auf eine offensivere Formation bereitete dem TSV große Probleme, welcher sich wiederum zu überhasteten Abschlüssen und technischen Fehlern hinreißen ließ. Wie bekannt ist, nimmt man solche Geschenke in Erlangen gerne an und agierte mit blitzschnellem Konterspiel nach vorne. 22:15. Das sollte es ja eigentlich gewesen sein, aber nein, wie bereits erwähnt gab man das Spiel komplett aus den Händen und machte den Gästen fortlaufend Präsente. Die Quote von freien Chancen stürzte abrupt in den Keller und im sortierten Positionsangriff agierte man einfallslos ohne Hirn(ing). Defensiv suchte man nun einen passiveren Weg zum Erfolg, doch diese Variante trug keineswegs Früchte und auf einmal war der TSV Friedberg „unabstreiterbar“ wieder zurück auf Augenhöhe. Hier tat sich unter anderem Daniel Okyere hervor, welcher in einigen Situationen schneller schaltete als die Brucker Abwehr und sein Team wieder heranführte. Als wenige Minuten vor Ende der Ausgleich fiel, zog das Brucker Trainergespann etwas zu spät die Reisleine und bat zur Auszeit. Zwar weiterhin mit zwei freien vergeben Chancen, doch mit etwas Glück konnte man erneut mit zwei Toren in Front gelangen, doch gab durch Fahrlässigkeit den Sieg wieder aus der Hand, wobei die Chance darauf wenige Sekunden vor Partieende noch bestand. Im letzten Angriff gab man die Verantwortung in die Hände von Mücke auf der Außenposition, welcher ein Kempa-Anspiel von Völcker jedoch nicht im Tor unterbringen konnte und am Torhüter scheiterte. Manchmal bist du der Hund und manchmal der Baum… 28:28

Die gefühlte Niederlage musste man sich auf die eigene Fahne schreiben und den Gästen zu ihrem Punktgewinn beglückwünschen, welche sich niemals aufgaben und die vielen schönen Geschenke von Brooklyn United dankbar ausgepackt hatten. Solche Spiele darf man eigentlich nicht mehr verlieren und wieder war die Konzentration nicht durchgehend präsent. Genug der kritischen Worte und nun zur Zusammenfassung: Es gibt nicht den geringsten Grund den Kopf hängen zu lassen. Wegen was denn auch? Hatten Sie erwartet, dass das durch die stärkste Liga in Bayern ein Spaziergang werden würde und man ohne eine einzige Niederlage gemütlich Meister wird? Wohl kaum… Man steht mit 35:1 Punkten weiterhin ganz oben und hat es jetzt in der eigenen Hand die Saison vernünftig zu beenden. Man bleibt unter anderem noch ungeschlagen, was in den letzten Jahren in der Bayernliga noch keiner anderen Mannschaft passiert ist. Bei der nächsten Auswärtsaufgabe im Würzburger Raum gegen die Sumpfler aus Waldbüttelbrunn wird es jedoch keineswegs einfacher. Vor der Saison noch als Aufstiegskandidat numero uno gehandelt, erlaubten sich diese bereits einige Schnitzer, doch sind keineswegs gewillt den Bruckern einfach so das Feld zu überlassen. Hier könnte man den nächsten Big Point und damit auch wieder das zerbröselte Selbstvertrauen einsammeln.

Ach ja und Markus Wolf machte ein sehr gutes Spiel…

Für Bruck aktiv:

Goebel, Wolf; Kohler (6/3), Mangen (6), Wolf (5), Eichhorn (4), Meyer (3), Scholten (2), Mücke (1), Duscher (1), Büttner, Mignon, Ochs, Völcker.

Bruckerinnen holen sich Pflichtpunkte

TV Erlangen-Bruck vs. HSG Pyrbaum/Seligenporten 22:18 (13:9)

Nach der Glanzleistung in der vorherigen Partie stand für die Bruckerinnen an diesem Sonntag mit dem Spiel gegen den Tabellenzehnten aus Pyrbaum/Seligenporten nicht nur ein Pflichtsieg, sondern auch eine Revanche an.

Mit der Motivation das Hinspiel gegen die angereisten Gäste vergessen zu machen, welches zu Saisonbeginn mit der 29:16 Niederlage zu den Totalausfällen zählt, starteten die Bruckerinnen mit viel Tempo und Elan. Im Offensivspiel übten die Damen ein druckvolles Angriffsspiel auf die eher starre gegnerische Mannschaft aus und nutzten die entstanden Räume, um zu guten Torchancen zu kommen. Zwar verwandelten sie diese auch zu Zählbarem auf der Anzeigetafel, allerdings ließen sie der Mannschaft aus Pyrbaum/Seligenporten immer wieder die Möglichkeit zum Anschlusstreffer zu kommen zu. So stand es Mitte der ersten Halbzeit 7:6. In den folgenden 15 Minuten bis zur Halbzeitpause spielten die Brucker Damen ihre technische Überlegenheit auch in der Defensive aus und brachten die Gegnerinnen in Bedrängnis. Diese fanden gegen die Brucker Abwehr kein Rezept und so setzten sich die Gastgeberinnen mit 13:9 Toren ab.

Den Bruckerinnen gelange es leider nicht den Lauf mit in die zweite Halbzeit zu nehmen, sondern verfielen vielmehr in alte Spielmuster zurück. Jedoch wussten die Damen aus Pyrbaum/Seligenporten dies anfangs noch nicht für sich zu nutzen und so konnte der Toreabstand bis zu 7 (19:12) ausgebaut werden. Im weiteren Spielgeschehen ändert sich dies nun: Die Gegnerinnen nutzen die technischen Schwächen der Bruckerinnen aus und waren beim Stand von 20:17 wieder zurück im Spiel. In dieser Phase war es vor allem der guten Torhüterleistung zu verdanken, dass der Endspielstand deutlich und damit die Brucker Siegesserie ungebrochen blieb.

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