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Turnverein 1861 Erlangen-Bruck
 
Flutlichtplätze mit Vereinsheim
 

Chronik des Turnverein 1861 Erlangen-Bruck


GründungurkundeAm 11. August 1861 wurde im Gasthaus "Zum Ritter St.Georg" von 13 jungen Männern, die, als für einen Turnverein passend, eingeladen wurden, der "Turnverein Markt Bruck" gegründet. Die Vereinsordnung war sehr streng gefasst: Keine Kritik in der Öffentlichkeit, strenge Teilnahmepflicht und alle 14 Tage ist Kneipe.

Aufnahmekarte

 

 

 

 

 

 

 

Als Turnplatz diente zunächst das Bergwieschen zwischen Bruck und Eltersdorf. Ganz Bruck und 20 andere Vereine feierten die Fahnenweihe am 20. Juli 1862 . Die erste Fahne wurde von Frauen genäht, die aber noch nicht in den Verein eintreten durften.

Trotz strengem Reglement führte die Nachlässigkeit der Mitglieder dazu, dass der Verein am 2. April 1871 in eine ´Freiwillige Turn-Feuerwehr´ umgewandelt wurde. Zwecks Ausrüstungsmangel scheiterte auch sie, und so entstand im März 1872 von neuem der alte TV.

Erstes Vereinsbild

Nach all diesen Anlaufschwierigkeiten gelang es dem Verein, sich zwischen den 70er Jahren und der Jahrhundertwende langsam zu konsolidieren. So gab es seit 1876 sowohl aktive als auch passive Turner, 1882 wurde das erste Geld angelegt und 1885 ein größeres Grundstück an der Brucker Schule gepachtet.

TV-Nachwuchs Auch sportlich nahm der Erfolg bei verschiedenen Turnfesten zu. Einen regelrechten Aufschwung erlebte der Verein dann in der Zeit bis zum ersten Weltkrieg, mit einer Kontinuität in der Vereinsführung und mit regem Mitgliederzustrom. Die Mitgliederzahl wuchs von ca. 40 im Jahre 1895 bis auf 120 im Jahre 1914.

Preisturnen

 

1904 wurde ein Winterturnen eingerichtet und 1910 endlich eine Damen-Turnabteilung ins Leben gerufen. Aber immer noch galt: wer unentschuldigt fehlt, muss zahlen oder bei dreimaligem Fehlen erfolgt der Ausschluss. Der Verein wurde auch auf nicht-sportlichem Gebiet aktiv: für die Vereinsmitglieder wurde eine Bibliothek eingerichtet, es bildete sich eine Sängerriege, man spielte Theater und stärkte durch Familienausflüge die Zusammengehörigkeit. Deswegen erfolgte 1905 auch keine Umstrukturierung zu den in Mode gekommenen Arbeitersportvereinen sondern hielt an Turnvater Jahn fest und wurde vollends zum "bürgerlichen Verein".

Barren-Pyramide

Fußball beim TV Bruck

 

MusterriegeHervorzuheben ist die Gründung einer Fußballabteilung 1909 und 1911 ein großes Vereinsfest anlässlich des 50jährigen Vereinsjubiläums mit Weihe einer neuen Fahne.

 

 

 

Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurde der Aufschwung abrupt gestoppt. Es verblieben im Laufe des Krieges nur noch 28 passive und 4 aktive Mitglieder. Doch ein Notvorstand konnte, wenn auch sehr schwer, den Turnbetrieb für die Jugend weiterbetreiben und den Verein weiterbestehen lassen.

TurnplatzeinweihungNach dem Krieg nahm die Mitgliederzahl langsam, aber beständig wieder zu.
Der Hauptgrund dafür war der Erwerb eines eigenen Vereinsgrundstückes, ein abgeholztes Waldgrundstück an der Eisenbahnlinie Bruck - Frauenaurach, am 6. Februar 1920. Dies war zum großen Teil durch großes Engagement der Mitglieder zu verwirklichen. Zum einen durch Spenden und zum anderen durch schweißtreibende Arbeit bei der Sportplatzgestaltung.
Die feierliche Einweihung des neuen Turnplatzes erfolgte am 4./5. Juni 1921. Kurz vor dem Kauf, am 28. Januar 1920 wurde das Gründungsjahr 1861 in den Vereinsnamen integriert.

Die Inflation in den 30er Jahren machte auch dem Verein schwer zu schaffen. Sie wurde aber mit Sparmaßnahmen und wirtschaftlicher Gratwanderung überbrückt.

Am 4. November 1928 erhielt der Verein, bedingt durch die Eingemeindung Brucks, seinen heutigen Namen Turnverein 1861 Erlangen-Bruck e.V..


Musterriege

Am 15. Oktober 1932 begann auch beim TV 1861 die Konfrontation mit Hitler und der NSDAP. Ein Antrag auf Überlassung des TV-Platzes konnte durch Abstimmung noch verhindert werden, jedoch bei der Turnratssitzung am 26. April 1933 ist bereits ein Bevollmächtigter der NSDAP anwesend und der Verein wird auf NS-Kurs ausgerichtet. Die vom ´Reichssportführer´ herausgegebene Einheitssatzung wird eingeführt. Es wurde zwar versucht, den TV 61 irgendwie zu halten, der Vereinsbetrieb nahm jedoch mehr und mehr ab und kam kurz vor Kriegsausbruch zum Stillstand. Da auch immer mehr Aktive an die Front mussten, konnten laut Protokoll vom 6. Juni 1942 auch keine sportlichen Aktivitäten mehr ausgeübt werden.

Statt eines Neubeginns nach Kriegsende wurde unter dem Druck der Besatzungsmächte am 23. März 1946 ein Zusammenschluss der drei Brucker Sportvereine zum FSV Erlangen-Bruck vollzogen. Der TV 61 brachte unter anderem seinen 10 000 qm großen Sportplatz ein. Der neue Verein bekam seine Lizenz, der alte galt als aufgelöst.

Da die Umschreibung des Grundbesitzes im Grundbuch aus irgendwelchen Gründen nicht vollzogen wurde, machten sich einige Ex-TV'ler daran den alten Verein wieder zu neuem Leben zu erwecken. Dies wurde am 16. Januar 1949 beschlossen und durch die Eintragung in das Vereinsregister bestätigt. Die Mitgliederzahl nahm wieder zu.

Erste HandballmannschaftIm September desselben Jahres wurde der Handballbetrieb aufgenommen. Auf einer, durch Grundstückstausch mit der Stadt Erlangen, hinzugewonnen Fläche wurde im Juni 1953 ein lang gehegter Wunsch in die Tat umgesetzt, der Bau eines eigenen Vereinsheimes. Am 9. Januar 1954 war es fertiggestellt und wurde feierlich eingeweiht. Trotzdem ging es mit dem Verein bergab, sowohl im sportlichen wie auch im gesellschaftlichen Bereich.

ErsteTennismannschaftDer große Umschwung kam mit der Gründung einer Tennisabteilung 1956. Der Verein erlebte eine neue Blütezeit, was nicht nur für den sportlichen Teil gilt. Auch die Heimrenovierung, der Ausbau der Sanitäranlagen, die Verbesserung der Sportanlagen und der Bau eines betreuten Kinderspielplatzes gehören dazu. Ein Mitgliederzuwachs auf 396 im Jahre 1963 war die Folge. Eine großartige 100-Jahrfeier hatte die Auftriebstendenzen noch verstärkt und zu weiteren Aktivitäten angespornt.

Vereinsheim heuteDa das bisherige Vereinsheim zu klein und von mangelnder Bausubstanz war, wurde im Mai 1968 das neue seiner Bestimmung übergeben. Weitere bauliche Veränderungen waren die Flutlichtanlage, eine Beregnungsanlage, Parkplatzasphaltierung und der Dachgeschossausbau im Heim zu einer Wohnung.

 

Im Jahre 1995 fand eine Sanierung des Vereinsheimdaches statt, eine komplette Erneuerung von Duschen und Toiletten wurde 2003 durchgeführt.

Am 28. Oktober 2005 um 17 Uhr wurde an der südlichen Grundstücksgrenze des TV ein neuer Fuß-/Radweg, der Frauenaurach mit Erlangen-Bruck verbindet, durch Oberbürgermeister Siegfried Balleis offiziell freigegeben. Der TV1861 hat sich dieser Verkehrsader durch seinen neu geschaffenen Süd-Eingang geöffnet.

Im Jahr 2006 feiert die Tennisabteilung ihr 50-jähriges Bestehen.